Schokoladenvergiftung bei Hund und Katze
Schokoladenvergiftung bei Hund und Katze
Dr. med. vet. Maren Schindler 26.03.2026
| Das Wichtigste auf einen Blick
o Braune/dunkle Schokolade ist für jeden Hund giftig, aber weiße Schokolade enthält fast nichts von dem für den Hund giftigen Stoff (Theobromin) o Es kommt auf die Menge und Art der Schokolade und das Gewicht des Hundes an o Die ersten Symptome treten nach ca. 1-4 Stunden ein o Es können auftreten: Unruhe, Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Gleichgewichtsstörungen, Zitteranfälle, Übererregbarkeit, Herzrasen o Sofortmaßnahme: sofort in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik fahren (Notfall!), keine eigenen Therapieversuche unternehmen o Nur wenn der Hund eine sehr geringe Menge gefressen hat, kann evtl. erstmal vorsichtig beobachtet werden, empfehlenswert und sicherer ist es aber, den Hund unter tierärztlicher Aufsicht beobachten und ggf. therapieren zu lassen
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| Was ist eine Schokoladenvergiftung beim Hund/bei der Katze
Tiermedizinisch ist die Schokoladenvergiftung eine Theobrominvergiftung. Dieser für den Menschen eher verträgliche Inhaltsstoff der Schokolade wirkt stimulierend auf das Nervensystem, vergleichbar wie das Koffein in unserem Morgenkaffee zum Wachwerden. Außerdem bewirkt Theobromin, dass sich die Skelettmuskulatur stärker zusammenziehen kann. Für Hunde oder Katzen ist die stimulierende Wirkung auf das Nervensystem und die Muskulatur im Gegensatz zum Menschen zu viel, sodass die oben beschriebenen Symptome auftreten können. In diesem Fall müssen sofort therapeutische Maßnahmen durch eine Tierarztpraxis oder Tierklinik durchgeführt werden.
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| Tipps
o Schokolade immer unerreichbar für den Hund aufbewahren (z.B. im Kühlschrank) o An Feiertagen, an denen es traditionell viel Schokolade gibt (Ostern, Weihnachten, auch Kindergeburtstage), die Schokolade immer in fest verschließbaren Dosen oder Kisten aufbewahren o Kindern unbedingt erklären, dass Schokolade für den Hund giftig ist und kein Leckerli o Telefonnummern und Adressen des tierärztlichen Notdienstes oder von nahen Tierkliniken immer bereit haben
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Ausführlicher Artikel:
Schokoladenvergiftung beim Hund (und bei der Katze)
Ihr Hund hat Schokolade gefressen? Dann sollten Sie Ihren Hund in den nächsten 1-4 Stunden gut beobachten und im Zweifelsfall besser gleich in die Tierarztpraxis fahren. Wichtig ist, wie bei jeder Vergiftung, wieviel hat der Hund davon gefressen. Ist ein kleines Stückchen Schokolade bereits gefährlich? Das hängt von der Art der Schokolade und dem Gewicht des Hundes ab. Am Beispiel eines 10 kg schweren Hundes zeigt die folgende Tabelle die unterschiedliche Toxizität von Schokolade:
Tabelle 1: Giftigkeit von Schokolade in Abhängigkeit von Menge und Art der Schokolade
| Schokoladenart | Toxische Dosis für einen 10 kg schweren Hund |
| Ungesüßter Kakao | 30-45 g |
| Blockschokolade | 70 g (≙ ca. 1 Tafel Schokolade) |
| Schokolade halbbitter | 200 g |
| Schokolade Vollmilch | 280 g |
Quelle: aus Nolte 2023, Praxisleitfaden Hund und Katze, Verlag Schlütersche
Achtung: Toxische Dosis bedeutet hier, dass damit Vergiftungserscheinungen bereits eintreten können, die aber behandelt werden müssen!
Typische Symptome
Nach ca. 1-4 Stunden, manchmal auch später können die ersten Vergiftungserscheinungen auftreten. Manche Hunde zeigen schon bei Aufnahme von nur geringen Mengen Unruhe und Erbrechen. Folgende Symptome können nach dem Fressen von Schokolade beim Hund auftreten:
- Unruhe
- Erbrechen
- Durchfall
- Schwäche
- Gleichgewichtsstörungen
- Zitteranfälle
- Krämpfe
- Herzrasen
Behandlung
Eine Theobrominvergiftung kann nur tierärztlich behandelt werden. Es gibt keine Notfallmaßnahmen, die man zuhause vornehmen könnte. Daher muss in so einem Fall immer sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik aufgesucht werden.
Wenn die Aufnahme der Schokolade noch nicht länger als 2 Stunden her ist, kann ggf. versucht werden, Erbrechen auszulösen, um noch im Magen befindliche Schokolade zu beseitigen. So kann verhindert werden, dass noch mehr Theobromin vom Körper aufgenommen wird. Außerdem müssen der Kreislauf und das Herz mit entsprechenden Medikamenten stabilisiert werden. Über Infusionen kann die Theobrominausscheidung über die Niere gefördert werden. Ggf. müssen auch den Krämpfen mit Medikamenten entgegengewirkt werden.
Grundsätzlich wird also versucht die weitere Aufnahme des Theobromins in den Körper so weit wie möglich zu verhindern, bereits aufgenommenes Theobromin aus dem Körper zu eliminieren und den Körper zu stabilisieren.
Der Hund muss so lange überwacht werden, bis er wieder ausreichend stabil ist.
Heilungschancen
Die Heilungsaussicht ist grundsätzlich gut, wenn die Vergiftung schnell erkannt und sofort behandelt wird.
Was gilt jetzt für die Katze?
Für Katzen gilt grundsätzlich das gleiche, da jedoch Katzen (im Gegensatz zu Hunden) nicht süß schmecken können, werden sie eher nicht einfach so Schokolade fressen.
Quellen:
Nolte (Hrsg.) 2023, Praxisleitfaden Hund und Katze, Verlag Schlütersche
www.vetpharm.uzh.ch – Vergiftungen Kleintier – Methylxanthine (08.03.2026)
www.uni-giessen.de/de/fbz/fb10/institute_klinikum/klinikum/kleintierklinik/Chirurgie/neurologie - Schokoladenvergiftung (08.03.2026)

